Weinlexikon

Rebsorten

Die Rebsorte ist eine, wenn nicht die, alles entscheidende Komponente für Geschmack und Qualität eines Weines - noch vor dem Anbaugebiet, seiner klimatischen Lage und der Bodenbeschaffenheit sowie den önologischen Qualitäten des Winzers.

Oft werden zwei oder drei Rebsorten für einen Wein gemischt; vor allem für Rotwein ist dies ein traditionelles Vorgehen. Bei Qualitätsweinen sollten die verwendeten Sorten auf dem Etikett benannt werden; eine generelle Pflicht hierzu besteht jedoch nicht. Echte Weinkenner sind in der Lage, durch Probieren die Rebsorten eines Weines zu erkennen - obwohl manche prägnanter sind als andere, haben sie doch alle die ihnen eigene Rebsortentypizität hinsichtlich Charakter und Geschmack und lassen sich durch etwas sensorische Übung gut beschreiben. Letzteres wird vor allem durch intensive Blindverkostung trainiert.

Um Anbau, Weiterentwicklung und Zucht der Rebsorten hat sich eine eigene Wissenschaft herausgebildet, die Ampelographie. Sie ist zuständig für die biologische Erfassung der Rebsorten, in dem sie die Blattentwicklungen und die Traubenform genau beschreibt und dank DNA Analysen auch die Verwandtschaft der Rebsorten untereinander klärt.

Einige Rebsorten haben den globalen Ruf, qualitativ besonders herausragende Weine zu produzieren; man nennt sie in Folge Edelreben. Oft werden diese mit bestimmten Anbaugebieten assoziiert. Prominente Beispiele sind im Falle von Rotwein beispielsweise der Cabernet Sauvignon im Bordeaux oder der Pinot Noir im Burgund. Manchmal tragen identische Edelrebsorten auch verschiedene Bezeichnungen in verschiedenen Ländern; ein Beispiel ist der Syrah. Ursprünglich im Rhône-Tal beheimatet, wird er sehr gerne auch in Südaustralien angebaut, wo man ihn allerdings Shiraz nennt.