Weinlexikon

Weinanbaugebiete

Die Weinpflanze, von der alle heute kultivierten Arten abstammen, ist ursprünglich in Europa beheimatet. Auf Grund des enormen Verbrauchs (2003=229 Mio. Hektoliter) wird Wein heute auf allen Kontinenten angebaut, wobei der Schwerpunkt sowohl beim Verbrauch als auch bei der Erzeugung immer noch in Europa liegt. Das nördlichste Weinanbaugebiet befindet sich in Großbritannien, das südlichste in Neuseeland.

Bei einem Weinanbaugebiet handelt es sich nicht nur um die konkrete geografische Bezeichnung der Traubenherkunft. Vielmehr werden damit auch bestimmte Qualitätsstandards, Traubensorten und Keltermethoden verbunden. In den klassischen Weinanbauländern sind diese Regionen gesetzlich geregelt. In Deutschland gibt es dreizehn Gebiete, wie z.B. Mosel, Franken oder Saale-Unstrut. Im klassischen Weinland Frankreich sind es über 50 Regionen, die oft eine eigene Klassifikation der Lagen oder Weingüter besitzen. So unterscheiden sich die Kriterien für die Vergabe eines "Grand Cru" im Bordeaux deutlich von denen im Médoc oder Saint-Émilion. Die Aktualisierung der Einteilung erfolgt nur in sehr großen Zeitabständen, so dass ein hochwertiges Prädikat nicht immer die Qualität der Weine wiederspiegelt. Andererseits besitzt der teuerste (und vermutlich auch beste) Rotwein der Welt (Petrus) überhaupt keine Klassifikation.

Das Anbaugebiet ist also in erster Linie eine Orientierung beim Weinkauf, wenn man bestimmte Rebsorten oder Geschmacksrichtungen sucht.